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Wenn der Sommer leise geht – Abschied auf Raten

von | Aug. 31, 2025

Wenn der Sommer leise geht – Spätsommergedanken aus dem Gutshaus

Der letzte Sonntag im August. Ein Tag, der mich jedes Jahr im Kalender einen Blick zurück auf den aktuellen Sommer werfen lässt und an dem ich das Gefühlt habe: Bald geht etwas zu Ende, etwas Neues beginnt. Der meteorologische Herbst ist da am ersten Sepetmber. Die unbeschwerten, heißen Tage gibt es vielleicht noch ganz vereinzelt – doch jeder einzelne fühlt sich nun anders an, bewusster und für mich vor allem irgendwie kostbarer…wie ein Abschied auf Raten…Es ist die Zeit, in der sich bald die Sonne und die Natur langsam zurückziehen, ohne Eile, aber bestimmt. Eine Einladung zur Achtsamkeit.

Ich denke an diesen Tagen an die Begegnungen der letzten Wochen – spontane Begegnungen, die mehr hinterließen als Worte. Ich denke an die vielen schönen Abende in der Natur, am Strand, am Lagerfeuer oder mit Musik unter freiem Himmel, an spontane Gespräche mit vertrauten Menschen und mit solchen, die ich zuvor nicht kannte und die mir dennoch auf wundersame Weise vertraut erschienen. Es waren manchmal flüchtige Momente, und doch hallen sie irgendwie nach. Vielleicht, weil sie im richtigen Moment kamen. Vielleicht, weil der Spätsommer uns empfänglicher macht für das Wesentliche.

Als ich nun auf dem Heimweg war – beseelt von einem unbeschwerten Konzertwochenende – hielt ich in der Sehnsucht nach dem Sommer noch einmal an einem Badesee in der Nähe des Gutshauses an um eine vielleicht die letzte Runde dieses Jahr im See zu schwimmen, ein Moment der Leichtigkeit, an dem ich alles besonders langsam anging.

Danach legte ich noch einen Halt am Gutshaus ein. Eine Gruppe, die das Haus am Wochenende gemietet hatte, war gerade abgereist – sie hatten es sich ganz bewusst ausgesucht und zu ihrem Wohlfühlort gemacht. Ich sah die Liegen überall im Gutspark verteilt, ganz achtsam platziert, mal einzeln mal mehrere, mal Richtung Sonne ausgerichtet, mal mit Blick auf etwas Besonderes – einen alten Baum, den Teich, den weiten Himmel. Einige waren mit warmen Decken ausgestattet. Es wirkte, als hätten sie sich diesen Ort bewusst zu eigen gemacht und es sich hier als ihren Wohlfühlort eingerichtet. Zurück blieb eine spätsommerliche Stille, sanft und voller Nachklang.

Ich lief durch den Gutspark, um die Veränderung der Pflanzen seit meinem letzten Besuch zu beobachten – und plötzlich kam ein Eichhörnchen den Weg entlang. Ich hatte es schon ein paarmal vorher gesehen. Ganz ohne Scheu machte sich in einigem Abstand daran, etwas zu verbuddeln während ich es beobachtete. So leicht, so selbstverständlich schien es zu wissen, was zu tun ist, und seine innere Uhr schien ihm zu sagen, dass der Herbst naht und als wollte es sagen: Es ist Zeit.

Später am Abend gab es wieder diesen unendlichen und mächtigen Sternenhimmel dieser Tage mit kühler, feuchter Luft, fast schon herbstlich. Ein Geflecht aus Lichtern, was einen Denken lässt: Wir sind ein so kleiner Teil von etwas Unendlichem.

Das Gutshaus bleibt in dieser Zeit, was es immer ist: Eine Oase der Ruhe. Ein Ort, an dem sich Wandel nicht bedrohlich anfühlt, sondern natürlich. Hier dürfen wir uns einlassen auf das, was kommt. Auf den Herbst, auf die Stille, auf neue Kurse und Retreats, die uns zurück zu uns selbst führen.

Und während sich der Sommer langsam verabschiedet, wächst in mir das Gefühl der Dankbarkeit, dass der Sommer trotz seiner Vergänglichkeit doch sehr schön und intensiv war und ich mich auf den Herbst einlassen kann und mich freue auf die Stille, auf neue Kurse und Retreats, die uns zurück zu uns selbst führen und insbesondere spüre ich eine Vorfreude auf unsere neue „Gottin für mich“-Woche im kommenden Sommer. Eine besondere Auszeit – ganz ohne Programm, ohne Kurse, einfach eine Woche zum Sein. In Gemeinschaft und Stille, in Freude, Dankbarkeit und Lachen. Mit viel Natur, mit Raum zum Durchatmen und Aufatmen. Eine Urlaubszeit, die sich gut anfühlt und in der wir uns erlauben, einfach da zu sein.

Wer mag, ist eingeladen, diesen besonderen Übergang mit uns zu teilen. In Gemeinschaft oder in stiller Einkehr. Mit Blick auf die Bäume, die Sterne, das eigene Herz.

Denn jede Jahreszeit birgt den Zauber eines Neubeginns.

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