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Wenn der Nebel Klarheit bringt – Die November-Auszeit im Gutshaus

von | Nov. 16, 2025

Es gibt Wochen im Jahr, in denen die Zeit langsamer wird. In denen der Nebel tiefer hängt, die Luft frischer ist und das Licht sich weich über die Felder legt. Genau so eine Woche durften wir im Gutshaus bei der letzten Auszeitwoche dieses Jahr erleben – eine Auszeit, die uns alle ein Stück näher zu uns selbst gebracht hat.

Schon bei der Anfahrt war diese besondere Novemberstimmung da:
mal sonnig klar, dann neblig, dass man das Gutshaus erst im letzten Moment erahnt – wie ein Ort, der erst sichtbar wird, wenn man nochmal bewusst hinschaut.

Drinnen erwartete uns die typische Gutshaus-Wärme: das Holz, das Licht, der Kamin im Roten Salon, diese wohltuende Behaglichkeit, die sofort in die Schultern sinkt und den Atem ruhiger macht.

Die Abende am Lagerfeuer wurden zu echten Herzensmomenten:
wärmende Flammen, ehrliche Gespräche, gemeinsames Lachen – und dieses Lauschen auf alles, was sich zeigt, wenn man endlich Zeit dafür hat.

Achtsame Wege – zu Fuß, barfuß, mit dem Rad

Unsere Tage waren gefüllt mit so vielen kleinen und zugleich tiefen Erlebnissen: mit der Morgenmeditation in der morgendlichen Stille im Gutshaus, dem Barfußlauf im noch kühlen Gras – wach, weich und erdend zugleich –, langen Wanderungen einmal durch Nebel und zwei Tage später bei strahlender Sonne, bei denen jeder Schritt im knisternden Laubwald ein leises Ankommen war, und einer Radtour durch die klare Novemberluft durch Dörfer und abgeenrtete Felder. Dazwischen lagen gutes Essen, gemütliche Gespräche und jene besonderen Momente, in denen man wieder spürt, worum es eigentlich geht – begleitet von Impulsen, die nachhallen, manchmal leise, manchmal überraschend klar.

Innere Klarheit – getragen durch gute Fragen

Die diesjährige Auszeit war besonders geprägt von intensiven Impulszeiten.
Mit den Fragen, die uns begleitet haben, sind wir jeder für sich tief eingetaucht:

„Welches Bedürfnis von mir habe ich zuletzt vernachlässigt?“
„Welche tägliche Handlung würde mein Energielevel verbessern?“
„Welche Emotionen erlaube ich mir zu selten?“
„Welcher kleine Schritt ist heute möglich?“

Es waren Fragen, die nicht bewerten, sondern öffnen.
Fragen, die man nicht schnell beantwortet – sondern in sich bewegt.
Fragen, die den Weg nicht vorgeben, sondern Richtung geben.

Und vielleicht war genau das das Geschenk dieser Novembertage:
die Erinnerung daran, dass Klarheit selten laut ist – sie kommt leise, im richtigen Moment, oft mitten im Nebel.

Zwischen Meditation, Barfußlauf, Wandern und Lagerfeuer gab es immer wieder diese kleinen Augenblicke, in denen plötzlich alles stimmte – die Stille, der Atem, ein Lächeln, das Licht im Raum. Momente, die man nicht planen kann und in denen das Wesentliche einfach da ist – das Gutshaus mit Wärme, Stille und offenen Türen.

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